Du fängst drei Dinge gleichzeitig an und bringst keines richtig zu Ende. Termine verschwinden aus dem Kopf, obwohl du sie dir fest vorgenommen hast. Eine einfache Aufgabe wird so lange aufgeschoben, bis plötzlich enormer Zeitdruck entsteht.
ADHS wird häufig mit unruhigen Kindern verbunden. Tatsächlich kann die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Bei Erwachsenen zeigt sie sich oft weniger offensichtlich.
Was ist ADHS eigentlich?
ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.
Es handelt sich um eine neurobiologisch mitbedingte Störung, bei der insbesondere Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Aktivitätsregulation beeinträchtigt sein können.
Die Bezeichnung kann dabei etwas irreführend sein. Menschen mit ADHS können sich durchaus konzentrieren. Das Problem besteht häufig eher darin, Aufmerksamkeit gezielt zu steuern.
Interessante Aufgabe
Stundenlange Konzentration kann möglich sein.
Monotone Aufgabe
Bei einer E-Mail oder Steuerunterlage schweift der Kopf schnell ab.
„Wenn ich mich bei anderen Dingen konzentrieren kann, kann es doch kein ADHS sein.“ So einfach ist es allerdings nicht. Mehr bei Gesundheitsinformation.de.
So kann sich ADHS im Alltag anfühlen
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01
Du weißt, was du tun musst, fängst aber trotzdem nicht an
Die Aufgabe ist weder kompliziert noch besonders groß. Trotzdem schiebst du sie immer wieder auf.
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02
Du verlierst ständig den Faden
Du gehst in einen Raum und weißt plötzlich nicht mehr, weshalb du dort bist. Beim Gespräch merkst du, dass kaum etwas hängen geblieben ist.
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03
Zeit funktioniert irgendwie anders
Du unterschätzt regelmäßig, wie lange Dinge dauern, kommst zu spät oder bemerkst plötzlich, dass mehrere Stunden vergangen sind.
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04
Du kannst dich manchmal extrem gut konzentrieren
Eine Sache interessiert dich und plötzlich vergisst du Zeit, Hunger und alles um dich herum.
Gerade der Wechsel zwischen „Ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren“ und „Ich kann mich von einer Sache kaum lösen“ sorgt bei vielen Erwachsenen für Verunsicherung.
Typische ADHS-Symptome bei Erwachsenen
- Schnelle Ablenkbarkeit
- Vergesslichkeit
- Schwierigkeiten mit Planung und Organisation
- Häufiges Aufschieben
- Probleme mit Zeitgefühl und Pünktlichkeit
- Innere Unruhe
- Impulsive Entscheidungen
- Häufiges Wechseln zwischen Aufgaben
- Schwierigkeiten, Routinen einzuhalten
- Schnelle Frustration
- Anderen ins Wort fallen
- Angefangene Aufgaben nicht beenden
- Schwierigkeiten, zur Ruhe zu kommen oder sich zu entspannen
- Starke Reizbarkeit oder schnelle Frustration
- Schnelle Stimmungsschwankungen
- Sich von alltäglichen Belastungen schnell überwältigt fühlen
Die Übersicht ist keine Diagnose und listet keine diagnostischen Kernsymptome auf. Die Kernbereiche von ADHS sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Ähnliche Schwierigkeiten können auch bei Stress, Schlafmangel, Depressionen, Angst oder starker Belastung auftreten.
ADHS oder einfach nur unkonzentriert?
Fast jeder kennt Phasen, in denen Konzentration und Organisation schlechter funktionieren. Bei ADHS geht es deshalb nicht um einzelne schlechte Wochen.
Für eine fachliche Diagnose wird unter anderem betrachtet, ob entsprechende Auffälligkeiten bereits seit der Kindheit bestehen, in verschiedenen Lebensbereichen auftreten und den Alltag deutlich beeinträchtigen.
Wichtig zu wissen
Warum wird ADHS oft erst bei Erwachsenen erkannt?
Viele Erwachsene beginnen erst mit 25, 35 oder noch später darüber nachzudenken, ob ADHS hinter ihren Schwierigkeiten stecken könnte.
Vielleicht war die Struktur in Schule und Elternhaus lange ausreichend. Vielleicht waren deine Symptome weniger auffällig. Oder du hast Schwierigkeiten durch Perfektionismus, enorme Vorbereitung und hohen persönlichen Einsatz kompensiert.
Mit Studium, Beruf, Partnerschaft, Familie und einem zunehmend komplexen Alltag funktionieren solche Strategien irgendwann möglicherweise nicht mehr so gut. Genau dann wird sichtbar, was vorher jahrelang irgendwie ausgeglichen wurde.
Häufig übersehen: ADHS bei Frauen
ADHS wird bei Frauen möglicherweise häufiger übersehen oder erst später erkannt. Als mögliche Gründe gelten unter anderem eine weniger auffällige äußere Hyperaktivität, kompensatorische Strategien und Symptome, die nach außen weniger sichtbar sind.
Manche Frauen entwickeln zudem früh Strategien, um Probleme nach außen möglichst wenig sichtbar werden zu lassen.
Die entscheidende Frage ist nicht nur: „Bin ich hyperaktiv?“ Sondern auch: „Wie gut gelingt es mir, Aufmerksamkeit, Organisation und Impulse zu steuern?“
Könnte ADHS bei mir eine Rolle spielen?
Nutze die Fragen als erste Orientierung, nicht als Diagnose.
- Verliere oder vergesse ich häufig Dinge?
- Schiebe ich Aufgaben regelmäßig auf, obwohl mir das später Probleme bereitet?
- Fällt es mir besonders schwer, bei uninteressanten Aufgaben konzentriert zu bleiben?
- Beginne ich häufig Neues, bevor ich das Vorherige abgeschlossen habe?
- Unterschätze ich oft, wie lange etwas dauern wird?
- Fühle ich mich häufig innerlich unruhig?
- Treffe ich manchmal sehr spontane Entscheidungen?
- Gab es ähnliche Schwierigkeiten bereits in meiner Kindheit oder Jugend?
- Beeinflussen diese Probleme meinen Beruf, Beziehungen oder Alltag?
- Fällt es mir schwer, zur Ruhe zu kommen oder wirklich abzuschalten?
- Reagiere ich auf alltägliche Belastungen häufig sehr schnell gereizt oder emotional überwältigt?
Mehrere Treffer bedeuten nicht automatisch, dass du ADHS hast. Ein Selbsttest kann Hinweise geben. Eine Diagnose kann er nicht ersetzen.
Wie wird ADHS bei Erwachsenen festgestellt?
Eine ADHS-Diagnose entsteht nicht aus einem einzelnen Test.
Bei einer fachlichen Diagnostik werden unter anderem aktuelle Beschwerden, die persönliche Entwicklung und Schwierigkeiten in unterschiedlichen Lebensbereichen betrachtet. Auch die Kindheit spielt dabei eine wichtige Rolle.
Zusätzlich wird geprüft, ob andere psychische oder körperliche Ursachen die Beschwerden möglicherweise besser erklären.
Ein Online-Test kann eine Frage anstoßen, aber keine endgültige Antwort liefern.
Was kann bei ADHS helfen?
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01
Alltag vereinfachen
Aufgaben sichtbar machen
Aufgaben notieren, statt sie nur im Kopf zu behalten.
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02
Kleine Schritte
Sehr klein anfangen
Große Projekte in konkret machbare Aufgaben zerlegen.
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03
Erinnerungen auslagern
Kalender und Timer
Externe Erinnerungen konsequent verwenden.
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04
Ablenkungen reduzieren
Reize bewusst steuern
Die Arbeitsumgebung so gestalten, dass weniger um Aufmerksamkeit konkurriert.
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05
Passende Strategien
Eigene Muster kennen
Nicht genauso funktionieren wollen wie andere, sondern Lösungen für die eigene Aufmerksamkeit finden.
Bei diagnostiziertem ADHS können außerdem Psychotherapie, psychoedukative Ansätze und nach ärztlicher Abklärung Medikamente Bestandteil einer Behandlung sein. Weitere Informationen zur Behandlung findest du bei Gesundheitsinformation.de.
Medikamente gehören in ärztliche Hände
Wann lohnt es sich, genauer hinzuschauen?
Nicht jeder chaotische Schreibtisch braucht eine Diagnose. Interessant wird die Frage, wenn sich dieselben Schwierigkeiten immer wieder durch dein Leben ziehen.
- Wenn Arbeit regelmäßig im Chaos endet.
- Wenn Beziehungen unter Vergesslichkeit oder Impulsivität leiden.
- Wenn du für alltägliche Organisation gefühlt doppelt so viel Energie brauchst wie andere.
Warum fällt mir das eigentlich so schwer?
Dann kann es sinnvoll sein, deine Situation professionell einzuordnen.
Deine Situation mit jemandem sortieren
Bei PSYNOW kannst du online mit Psychologinnen und Psychologen über Konzentrationsprobleme, innere Unruhe, Überforderung oder andere psychische Belastungen sprechen.
Unsere Fachkräfte verfügen mindestens über ein abgeschlossenes Psychologiestudium und mehrjährige praktische Erfahrung. Du sprichst nicht mit einem Coach oder allgemeinen Berater, sondern mit einer akademisch ausgebildeten psychologischen Fachkraft.
Online-Termine sind häufig innerhalb von 24 Stunden verfügbar. Es gibt kein Abo, keine Mindestlaufzeit und keine langfristige Verpflichtung.
„Könnte ADHS bei mir eine Rolle spielen?“ ist bereits eine völlig legitime Frage.
- Kein Abo
- Keine Mindestlaufzeit
- Online und vertraulich
- Deutsches Unternehmen
PSYNOW bietet psychologische Online-Beratung. Wir ersetzen keine erforderliche fachärztliche beziehungsweise psychotherapeutische ADHS-Diagnostik und führen keine medikamentöse Behandlung durch.