Psychologe, Psychotherapeut und Psychiater unterscheiden sich deutlich in Ausbildung und Aufgaben. Welche Fachperson besser geeignet ist, hängt nicht von einer Rangfolge ab, sondern davon, welche Unterstützung du gerade brauchst.
Die kurze Orientierung
Du musst vor dem ersten Gespräch trotzdem nicht sicher wissen, welche Hilfe richtig ist. Eine qualifizierte Fachperson kann deine Situation mit dir sortieren und den nächsten Schritt empfehlen.
Drei Berufe, drei unterschiedliche Schwerpunkte
Psycholog:in
Psychologiestudium
Berät unter anderem bei Belastungen, Krisen und Konflikten.
- Beratung, Diagnostik, Prävention
- Nicht automatisch Psychotherapie
- Keine Medikamente
Psychotherapeut:in
Approbation
Behandelt psychische Erkrankungen mit psychotherapeutischen Verfahren.
- Stellt psychotherapeutische Diagnosen
- Entwickelt Behandlungspläne
- Nichtärztlich keine Medikamente
Psychiater:in
Medizin + Facharzt
Diagnostiziert und behandelt psychische Erkrankungen medizinisch.
- Darf Medikamente verschreiben
- Kann körperliche Ursachen abklären
- Kann stationäre Behandlung einleiten
Psycholog:innen unterstützen bei Belastungen und Lebenskrisen
Psycholog:innen haben ein Hochschulstudium der Psychologie abgeschlossen. Je nach Schwerpunkt arbeiten sie in psychologischer Beratung, Kliniken, Rehabilitation, Diagnostik, Forschung, Prävention, Unternehmen, Familien- und Paarberatung oder psychosozialer Versorgung.
Typische Anliegen in der psychologischen Beratung:
- Stress
- Überforderung
- Beziehungskonflikte
- Selbstzweifel
- Berufliche Probleme
- Trauer
- Persönliche Krisen
- Orientierung
Für psychologische Beratung muss nicht zwingend eine psychische Erkrankung diagnostiziert sein. Ein Psychologiestudium macht eine Person jedoch noch nicht automatisch zur Psychotherapeutin oder zum Psychotherapeuten. Dafür ist eine staatlich geregelte psychotherapeutische Qualifikation erforderlich.
Psychotherapeut:innen arbeiten mit anerkannten Therapieverfahren
Psychotherapeut:innen behandeln psychische Erkrankungen mit Verfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, analytischer Psychotherapie und systemischer Therapie. Sie führen ausführliche Gespräche, stellen Diagnosen und entwickeln einen Behandlungsplan.
Behandelt werden unter anderem:
- Depressionen
- Angststörungen
- Panikattacken
- Zwangsstörungen
- Traumafolgestörungen
- Essstörungen
- Suchterkrankungen
- Psychosomatische Beschwerden
Medikamente nur bei ärztlicher Qualifikation
Alter und neuer Ausbildungsweg bestehen derzeit nebeneinander
Beim bisherigen Weg folgte auf ein einschlägiges Studium eine mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung mit praktischer Tätigkeit, Behandlungen unter Supervision, Selbsterfahrung und staatlicher Prüfung.
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01
Bisheriger Weg
Studium → Ausbildung → Approbation
Psychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik je nach Zielgruppe, anschließend mehrjährige psychotherapeutische Ausbildung mit praktischer Tätigkeit, Behandlungen unter Supervision, Selbsterfahrung und staatlicher Prüfung.
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02
Neuer Weg
Direktstudium → Prüfung → Weiterbildung
Fünfjähriges Universitätsstudium aus Bachelor und Master, staatliche psychotherapeutische Prüfung, Approbation und anschließende Weiterbildung.
Quelle: Bundesministerium für Gesundheit
Für den Zugang zum Versorgungssystem der gesetzlichen Krankenversicherung ist im neuen Modell nach der Approbation eine mehrjährige Weiterbildung mit Spezialisierung auf Verfahren und Altersgruppe notwendig.
Psychiater:innen sind Fachärzt:innen für psychische Erkrankungen
Psychiater:innen haben Medizin studiert und eine mehrjährige Facharztausbildung für Psychiatrie und Psychotherapie abgeschlossen. Dadurch können sie psychische und körperliche Ursachen von Beschwerden untersuchen.
Psychiater:innen können:
- Psychiatrische Diagnosen stellen
- Körperliche Untersuchungen veranlassen
- Medikamente verschreiben
- Arbeitsunfähigkeit bescheinigen
- Stationäre Behandlung empfehlen
- Je nach Schwerpunkt Psychotherapie anbieten
Psychiater:innen behandeln häufig schwere oder komplexe Erkrankungen, bei denen medizinische Begleitung oder Medikamente erforderlich sein können.
Entscheidend ist, welche Hilfe du jetzt brauchst
Psycholog:in
Orientierung und fachliches Gespräch
- Stress oder Überforderung
- Persönliche Krise
- Beziehungs- oder Berufsprobleme
- Gedanken und Gefühle sortieren
- Noch unklar, ob Therapie nötig ist
Psychotherapeut:in
Behandlung einer psychischen Erkrankung
- Diagnostische Einordnung
- Gezielte Psychotherapie
- Anhaltende oder starke Beschwerden
- Strukturierter Behandlungsplan
Psychiater:in
Medizinische Abklärung oder Medikamente
- Schwere Depression
- Wahn oder Halluzinationen
- Bipolare oder psychotische Symptome
- Medizinische Suchtbehandlung
- Körperliche Ursachen abklären
Unterstützungsformen können sich ergänzen
Nicht jedes Gespräch wird automatisch übernommen
Eine genehmigte Psychotherapie kann von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, wenn sie medizinisch notwendig ist und von einer zugelassenen psychotherapeutischen Fachperson durchgeführt wird. Psychiatrische Behandlungen bei Vertragsärzt:innen werden grundsätzlich ebenfalls über die Krankenkasse abgerechnet.
Allgemeine psychologische Beratung ist normalerweise eine Selbstzahlerleistung. Dafür ist sie oft schneller und ohne vorherigen Antrag zugänglich.
Erstattung im Einzelfall möglich
Studierte Psycholog:innen und approbierte Psychotherapeut:innen
Viele PSYNOW-Fachkräfte arbeiten zusätzlich in psychologischen oder psychotherapeutischen Praxen, Kliniken und anderen Einrichtungen der psychischen Gesundheitsversorgung. Online bedeutet nicht weniger Qualifikation. Du wählst gezielt nach Ausbildung, Approbation, Berufserfahrung und Schwerpunkt.
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Was PSYNOW leisten kann und was nicht
PSYNOW unterstützt kurzfristig bei psychischen Belastungen, persönlichen Krisen und schwierigen Lebenssituationen. Fachkräfte helfen dir, deine Situation zu verstehen, Gedanken zu sortieren und nächste Schritte zu entwickeln.
Eine psychiatrische Behandlung bietet PSYNOW nicht an. Es werden keine Medikamente verschrieben, keine körperlichen Untersuchungen durchgeführt und keine stationären Einweisungen veranlasst.
Wenn psychologische Beratung nicht ausreicht und psychiatrische, ärztliche oder heilkundlich psychotherapeutische Behandlung erforderlich erscheint, kann die Fachperson das mit dir einordnen und dir passende nächste Schritte empfehlen.
PSYNOW bietet psychologische Online-Beratung. Sie ersetzt keine notwendige ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik, medikamentöse Behandlung oder reguläre Psychotherapie.